Angst vor dem Fliegen
Manche Menschen bekommen während des Fluges, bereits auf dem Flughafen oder aber schon unterwegs dorthin eine panische Angst. Herzklopfen, Erstickungsgefühl, Engegefühl in der Brust. Gibt es eine Hilfe? Flugangst oder Aviophobie ist eine spezielle Form verschiedener Phobien, z.B. Angst vor Tieren, vor dem Straßenverkehr, in einem engen Raum eingesperrt zu sein (Klaustrophobie). Etwa jeder zehnte Mensch leidet unter Flugangst. Diese Phobie ist eine Kombination aus Höhenangst, Klaustrophobie, sowie der Angst vor dem Verlust der Selbstkontrolle.
Flugzeuge sind die sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Dies wird in den so genannten Passagierkilometern gemessen. Dieser zeigt auf in wie viel Tausend Kilometern ein Unfall passiert, von wie vielen Millionen Passagieren einer tödlich verunglückt. Laut amerikanischen Statistiken sind in den 80ern von zwei Millionen Passagieren einer - in den 90ern Jahren von 7,5 Millionen Passagieren einer - tödlich verunglückt. In den USA sterben jährlich ca. 30 Menschen infolge eines Flugzugunglückes, dagegen sterben jährlich etwa 30000 Menschen bei einem Verkehrsunfall im Auto.
In den USA, wo der Fernverkehr hauptsächlich in der Luft abgewickelt wird, starten täglich mehrere Tausend Flugzeuge und trotzdem leidet ca. 10 % der Bevölkerung unter Flugangst. Weitere 20 % steigen zwar in ein Flugzeug, fühlen sich jedoch während des Fluges sehr beklemmend und leiden unter extremer Angst.
Die Ängste treten während des Fluges, aber häufig auch bereits im Flughafen oder gar auf dem Weg dorthin auf. Die Symptome sind Herzklopfen, Erstickungsgefühl, Engegefühl in der Brust, Durchfall, Blähungen usw. Bei der Entwicklung solchen Symptomen spielen psychologische Verfestigungen und konditionierte Reflexe eine wichtige Rolle.
Wenn es jemanden in einer bestimmten Situation schlecht geht, werden die Symptome mit den aktuellen Impulsen verbunden, in diesem Fall die Geräusche des Flugzeuges oder der Anblick der Flugzeugsitze. Beim nächsten Mal reicht es aus diese Impulse wahrzunehmen, ein Start des Flugzeuges ist gar nicht mehr erforderlich um die damit verbundenen unangenehmen Gefühle und Angst auszulösen.
Die meisten Patienten, die in einer bestimmten Situation unter Angst leiden, würden keinen Flug riskieren. Viele haben Angst davor, was passiert, wenn sie über den Ozean ihre Panikattacken bekommen. Ausschließlich wegen Flugangst melden sich nur wenige für eine Therapie an. Flugangst alleine ist mit Psychotherapie, kognitiver- oder Verhaltenstherapie, mit einer stufenweisen Desensibilisierung gut heilbar. Dem Patienten kann man gut erklären, dass seine Angst unabhängig davon ist, wie gefährlich eine Situation tatsächlich ist, was von seiner eigenen Beurteilung der Situation abhängt.
Eine ergänzende medizinische Therapie kann eine schnelle und wirkungsvolle Hilfe sein. Oft wenden sich Patienten erst unmittelbar vor dem anstehenden Flug an professionelle Hilfe. Wegen der kurzen Zeit kann man nur die medizinische Therapie anwenden, die jedoch längerfristig helfen kann. Zur Heilung trägt die enorme Motivation der unter Flugangst leidende bei, der die Reise unbedingt antreten und seine Aviophobie bekämpfen will.
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Geschrieben vom Autor: alias kivat
E-Mail Adresse: kivat (at) hotmail.de
Gelesen: 1538 · heute: 2 · zuletzt: 8. February 2012
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