Ein Fondstyp gegen die Abgeltungssteuer: Viele Namen

„Target – Fonds“, „Lebenszyklusfonds“ oder auch „Zielfonds“: Das Kind hat viele Namen und doch steckt immer das gleiche Prinzip dahinter. Aktuell sind sie häufig anzutreffen, diese Wunderfonds. In den USA soll es bereits einer der meist verkauften Fondstypen sein. Auch hier bei uns wird kräftig die Werbetrommel geschwungen. weiterlesen

Vielfach ist zu lesen, es sei die Lösung für alle diejenigen, die der staatlichen Altersvorsorge nicht mehr trauen, untermauert mit eindrücklichen Zahlen zur zukünftigen Versorgungslücke bei den staatlichen Altersvorsorgen.

Neuerdings müssen diese Fonds auch als Supermittel gegen die Abgeltungssteuer 2009 in Deutschland hinhalten.
Ob diese Fonds wirklich so geeignet sind, als Altersvorsorge und gegen die Abgeltungssteuer, wollen wir etwas genauer betrachten.

Investmentstrategie von der Stange
Das Konzept tönt einfach: „Eine einfache Frage steht am Anfang: „Wann möchten Sie Ihr finanzielles Ziel erreichen…?“. Es wird das Jahr ausgewählt, in dem z.B. in Rente gegangen wird und alles Weitere übernehmen die Fondsmanager.

Klingt gut, bedeutet jedoch auch, dass die Anlagestrategie, die individuelle Risikozusammensetzung, das persönliche Sparziel, die geplanten Entnahmen und alle weiteren Anforderungen an die Geldanlage alleine auf das Alter, respektive den Eintritt in das Rentenalter komprimiert werden.

Statistische Durchschnittsberechnungen dimensionieren jetzt den Anteil von Aktien- und Rentenfonds. Das bedeutet, dass z.B. alle heute 40-jährigen in Deutschland die gleiche Geldanlage bekommen. Einheitslook für die individuellste Sache die es gibt.

Nach Ihrem Alter wird nun investiert. Sind Sie jünger werden mehr Aktien in Ihrem Depot geführt, sind Sie älter sind es z.B. mehr Staatsanleihen. Das, wovon der Erfolg jeder Geldanlage abhängt - die Tendenzen, das hoch und Runter der Weltmärkte – das interessiert den Targetfonds herzlich wenig. Mit dem Laufe der Zeit wird Ihr Depot von Aktien zu festverzinslichen Wertpapieren umgeschichtet, bis Sie schließlich mit dem Beginn des Rentenalters nur noch sichere, aber völlig unrentable Wertpapiere besitzen.

Was nun, wenn Sie sich den Ruhestand bereits mit 60 leisten wollen? Oder durch das Gesetzte plötzlich bis 70 gearbeitet werden muss? Was an den Finanzmärkten in 5 Jahren passieren kann erleben wir gerade. Das Flagschiff, den Fidelity European Growth Fund, musste im Jahr 2002 einen Verlust von 40% hinnehmen. Pech wer gerade damals in den Vorruhestand treten wollte.

Auf der Anderen Seite, Personen die sich entschlossen hätten noch 5 Jahre mehr zu arbeiten, hätten die steigenden Aktienmärkte total verpasst. Das Resultat im Vergleich zum klugen Investor: Halb so viel Rente.

Wieso sollte eine 65 jährige Person nicht auch in renditestarke Aktien und andere gewinnbringende Anlageklassen investieren. Mit dem Hintergrund der heutigen demografischen Entwicklung wird diese Person noch 20, 30 oder mehr Jahre vor sich haben. Nur die wenigsten Personen wollen vermutlich ihr gesamtes Vermögen mit dem Eintritt in die Rente aus der Geldanlage entnehmen! Eine so unflexible Geldanlage ist für anspruchsvolle Anleger sicher nicht die richtige Lösung.

Größe macht träge
Zur Umgehung der Abgeltungssteuer, sollte das Investment nicht mehr selbst neu ausgerichtet werden. Wegen der Abgeltungssteuerfreiheit muss sich eine heutige Geldanlage deshalb umso flexibler den Marktlagen anpassen. Das kann das „einfach gestrickte“ Target-Funds-System nicht. Hier liegt auch der eigentliche Nachteil dieser Fondstypen.

Die schiere Größe dieser Fonds ist ein erheblicher Nachteil, denn der Fonds kann nicht genügend schnell auf aktuelle Marktsituationen reagiert werden. Droht an der Börse beispielsweise ein Crash oder eine erhebliche Kurskorrektur, werden diese Fondskolosse weitestgehend nicht reagieren können. Verkaufen sie einen Teil der Aktien, wird der Kursverlust der sich noch im Besitz befindenden Aktien beschleunigt. Wird nichts verkauft verliert das gesamte Aktienpaket an Wert.

Der Verlierer ist in jedem Fall der Anleger. Flexibilität gegen die Abgeltungssteuer und für eine sorgenlose Altersvorsorge sieht anders aus.

Anforderungen an eine gute Geldanlage gegen die Abgeltungssteuer
Eine gute Geldanlage gegen die Abgeltungssteuer muss sich nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen richten. Das Alter ist dabei nur einer unter vielen Faktoren. Weiter sollten diese Punkte erfüllt werden:

  • Ihre Anlage muss unabhängig von der aktuellen Börsenlage Gewinne abwerfen. Was nützen Ihnen extreme Gewinne, wenn Sie in der nächsten Abwärtsphase alles und mehr wieder verlieren?
  • Ihre Geldanlage muss so flexibel wie möglich sein. Strategieanpassungen an die aktuelle Marktlage oder Umschichtungen dürfen keine neue Abgeltungssteuer zur Folge haben, können also nur innerhalb Ihrer Investments, durch die Fondsmanager, wie z.B. im System-Secure, erfolgen.
  • Das Risiko muss überschaubar bleiben. Schauen Sie sich zuerst an wie die Geldanlage im Jahr 2002 beim letzten Crash abgeschnitten hat. Gute Geldanlagen funktionieren nach dem Prinzip „kein Jahr mit Verlusten“!
  • Sie sollten sich nie nur auf eine Geldanlage verlassen, Diversifizierung senkt das Risiko weiter und sicher die Rendite, bildet somit einen wichtigen Baustein zum Anlageerfolg.

Sie können Ihr Vermögen, Ihre Geldanlagen und Ihre Altersvorsorge vor Verlusten durch Abgeltungssteuer bewahren. Viel Erfolg!



Geschrieben vom Autor: alias Martin
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Gelesen: 867 · heute: 2 · zuletzt: 6. February 2012

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