Batman - der dunkle Comicheld

Mitte des Jahres 1938 wurde durch Jerry Siegel und Joe Shuster mit der Figur des Superman ein neues Comicgenre kreiert, das Superhelden Comic. Aufgrund der Popularität, die diese Hefte im Amerika der Rezession erlebten, bat der Herausgeber des Verlags National Publications, die heutigen DC Comics, den Werbezeichner Bob Kane, einen weiteren Comichelden zu gestalten.

Mit der Hilfe des Scripters Bill Finger entwickelten die Beiden den Bat-Man, einen Comichelden, der zur Figur des Supermans nicht hätte gegensätzlicher sein können. Weder Patriot noch strahlender Held bekämpft der Batman das Verbrechen im Großstadtdschungel der fiktiven Stadt Gotham City ohne Gewissensbisse und nicht selten bringt er in den Anfangstagen die Kriminellen am Ende der Stories ums Leben.

Batman schlug ein wie eine Bombe. Die Auflagen stiegen rasant an. Um die Serie auch für die junge Leserschaft attraktiv zu machen wurde ein Jahr nach dem Start der Serie Robin eingeführt, ein jugendlicher Sidkick, der mit seinem bunten Kostüm und den witzigen Sprüchen die Serie aufhellte. Von nun an war der Batman, dessen Entstehungsgeschichte ihn als den Millionärssohn Bruce Wayne enttarnte und seine Besessenheit damit erklärte, dass er als Achtjähriger Zeuge des Mordes an seinen Eltern wurde, nicht mehr der dunkle Rächer sondern er wurde zum Ziehvater des jungen Dick Grayson alias Robin und mutierte im Laufe der Zeit zum spießigen Moralapostel.

Der Gipfel dieser schrägen Entwicklung wurde in den Fünfziger und Sechziger Jahren erreicht, als Batman zu einer Comicfigur degradiert wurde, der sich in cartoonhaften Scripts gegen Ausserirdische und Monster zu Wehr setzen musste und in einer Fernsehserie der Lächerlichkeit preisgegeben wurde. Die Zukunft der Comicserie stand auf dem Spiel.

Anfang der Siebziger kam dann die Rettung durch den Illustrators Neil Adams und den Writer Dennis O’Neil. Aufgrund des realistischen Strichs Adams und der dunklen Scripts O’Neils wurde die Figur Batman wieder zu dem Rächer der Nacht.

Die Stories befassten sich jetzt mit reellen, auch sozialen Problemen und machten Batman wieder glaubhafter, sofern man dies von einem Comichelden überhaupt sagen kann. In den Achtzigern verblüffte Frank Miller das Comicpublikum mit seinem preisgekrönten Comic The Dark Knight Returns, der härter und durchschlagender war als jeder vorherige Batman Comic. Der Einfluss dieses Comic auf Batmans Entstehung und Geschichte war unvorhersehbar und so wurde auch Batman in den regulären Comicheften ein schweigsamer, zynischer Einzelgänger, ein dunkler Held für die Neunziger.

In den neuesten Ausgaben von DC Comics entwickelt sich Batman alias Bruce Wayne aber wieder zum Helden, mit dem seine Freunde wie sein Butler Alfred Pennyworth oder Police Commissioner Gorden auch mal Gespräche führen können. Und so wird sich der Charakter Batman wohl auch weiterhin ca. jedes Jahrzehnt ändern und dem Zeitgeist anschmiegen.



Geschrieben vom Autor: alias batman
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